Evolution der Leggings

Kaum ein Kleidungsstück stiftet so viel Verwirrung wie die Leggings: Von obszön bis adrett bieten sie ein breites Spektrum

Stadtleben | Stilkritik: Marianne Schreck | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Vor zwei Jahren ungefähr konnte es einem passieren, schwer atmen zu müssen, wenn man sie an den Beinen meist junger Mädchen sah: Die fast durchsichtigen, hautengen Leggings aus einem Baumwoll-Elasthan-Gemisch oder in der Wetlook-Fassung wurden nicht unter der Tunika oder dem Rock getragen, sondern so, dass sich Hintern und Scham sehr fein abzeichneten. Das T-Shirt, der Sweater endeten an der Hüfte und gaben so einen Blick frei, der oft Anlass zum Genieren war. Die Leggings haben - wie schon zuvor in den 1980ern - einen fixen Platz in der provokanten Uniform der jüngeren Generation eingenommen.

Woher die Leggings ursprünglich kommen, lässt sich nicht genau sagen. Bereits indianische Kulturen sollen sie gekannt haben. Ursprünglich aus dünnem Leder genäht, hatten die hautengen Hosen als Schutz vor Kälte und Insekten-oder Schlangenbissen einen eher funktionalen Charakter. Im mittelalterlichen Europa waren sogenannte Beinlinge populär. Die enganliegenden Beinkleider wurden am Gürtel


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige