Kommentar Copa Cagrana

Der schmutzige Kampf um die Copa Cagrana

Falter & Meinung | Birgit Wittstock | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

SPÖ-Umweltstadträtin Ulli Sima ist eine, die anpackt. Zumindest schien sie diese Message transportieren zu wollen, als sie sich vergangene Woche, die Spitzhacke schwingend, ablichten ließ. Gemeinsam mit Martin Jank, Geschäftsführer der Wiener Gewässer Management, hatte Sima den Abriss der restlichen Holzbauten ihres streitbaren Generalpächters Norbert Weber auf der Copa Cagrana angeordnet und bei der Gelegenheit gleich selbst Hands-on-Qualitäten demonstrieren wollen.

Wie es aussieht, ist sie also bald endgültig Geschichte, die abgerockte alte Copa, und endlich Raum geschaffen, um auch den Wienern, aber auch den Investoren der angrenzenden Donau City ein stilgerechteres Umfeld zu gestalten.

Man muss den Hausmeisterstrand in der Donaustadt nicht gemocht haben, um an der ganzen Sache etwas faul zu finden. Und auch der -zu Recht - in Ungnade gefallene Generalpächter Weber soll an dieser Stelle nicht verteidigt werden. Dennoch ist die Art und Weise, wie die Stadt Wien in Sachen Copa Cagrana vorgeht, umstritten. Sima und Jank begründeten den jüngsten Abriss mit der fehlenden wasserrechtlichen Genehmigung für Webers Buden.

Diese in regelmäßigen Abständen zu erneuernde Genehmigung fehlt, weil die Stadt als Grundstückseigentümerin ihre Zustimmung zwar erst gab, dann aber wieder zurückzog, um Weber loszuwerden. Dieser klagte. Das Urteil steht noch aus. Ebenso das zweitinstanzliche Urteil zur Räumungsklage, gegen die Weber Berufung eingelegt hatte. Sima schien das aber alles nicht weiter zu stören. Sie ließ Webers Lokale trotzdem abreißen und ihm die Arbeit in Rechnung stellen.


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