Die Neuen aus Damaskus

Tausende Syrer sind bereits nach Österreich geflüchtet, zehntausende werden es noch werden. Wer sind diese Menschen, die gekommen sind, um zu bleiben?

Politik | Bericht: Nina Horaczek | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015


Foto: APA/Roland Schlager

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Wo sind die Frauen schöner und die Feste wilder, in Damaskus oder in Beirut? Die Burschen am Wiener Westbahnhof sind sich nicht ganz einig. Am Ende gewinnt doch die syrische Hauptstadt. „Nach Beirut sind wir nur, wenn wir ein bisschen Abwechslung haben wollten“, sagt Eyad. Zu Hause, da hatte der 21-Jährige einen eigenen Handyshop. Bilder davon stehen noch auf seiner Facebookseite, man muss nur weit genug hinunterscrollen.

Am Donnerstag war Ausgehen angesagt, Wasserpfeife-Rauchen, Kartenspielen oder die Disco. „Wir hatten Spaß, wir hatten Arbeit, Familie, einfach ein gutes Leben“, sagt Abdulhamid. Bis der Krieg kam. Jetzt verbringen sie die warmen Tage auf der Donauinsel oder gehen nach dem Deutschkurs auf den Westbahnhof und helfen neu angekommenen Flüchtlingen. „Vorige Woche habe ich einen Afghanen, der nicht schwimmen konnte, auf der Donauinsel aus dem Wasser gezogen“, erzählt Emad, der in Syrien neben seinem Studium als Schwimmlehrer arbeitete. Er habe sich gewünscht, es wäre ein Österreicher gewesen, den er gerettet hat, scherzt der Bursche: „Dann wäre ich berühmt geworden und in der Zeitung gestanden!“


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