Offene Grenzen brauchen offene Worte

Vieles von dem, was wir uns über Einwanderer erzählen, sind Märchen. Es ist Zeit für eine ehrliche Debatte


Kommentar: Florian Klenk
Falter & Meinung | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Natürlich muss man sich diese Bilder nicht auch noch ansehen: Die Flüchtlinge im Asyllager Röszke, von Polizisten abgefüttert wie Raubtiere im Zoo. Die Uniformierten in Mazedonien. Mit dem Schlagstock prügeln sie sogar auf jene Flüchtlinge ein, die ihre Kinder im Arm halten. Auch die Bilder der Ertrinkenden und Erstickten kann man einfach wegklicken, zumindest wenn man sich in seinem Weltbild durch "zufällige Medienbilder nicht beeinflussen" lassen will, wie der ehemalige Berliner SPD-Politiker Thilo Sarrazin kürzlich der Zeit erklärte. Deshalb konsumiere er keine Nachrichten. Die Bilder der Not und das dadurch ausgelöste Mitleid, sagt er, vernebeln den politischen Verstand. Europa sei eben keine moralische Anstalt, sondern das Terrain seiner Bewohner. Soll man dem Verstand folgen oder seinem Gefühl nachgeben? Die Frage könnte falsch gestellt sein.

Das Gefühl ist bei den Helfern an den Bahnhöfen. Der Verstand folgt den Tatsachen. Wer sich dieser Tage mit Nachbarn und Freunden

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