Mediaforschung Verführungskolumne

Wie unser Hirn falsche Logos als richtige erkennt

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Vor zwei Wochen erneuerte der Internetriese Google sein Logo, das Schriftbild ist jetzt wesentlich einfacher und fader. Medien aus aller Welt berichteten über die Änderung des Markensymbols, auch der Falter analysierte die Änderung in einer Kritik (Falter 37/15). Aber warum berührt es die Menschen eigentlich, wenn ein privates Unternehmen sein Außenbild verändert?

Weil es uns irritiert, dass ein gewohntes Bild zertrümmert und neu zusammengesetzt wird. Logos begegnen uns permanent in Medien und im öffentlichen Raum. Das bleibt nicht ohne Wirkung. Wir speichern sie nach einiger Zeit als vertraute Bilder ab.

Wie sehr sich die Symbole des globalen Markts in unser Hirn gebrannt haben, zeigt eindrücklich ein Werbevideo der dänischen Kreativagentur Inet-Design (im Internet: http://bit.ly/logotrick). Es hat die Firmennamen in bekannten Logos durch andere ersetzt. So erscheint das Markensymbol des Möbelherstellers Ikea in gewohnter Form, aber das Wort "Ikea" ist zum englischen Begriff "Time" (Zeit) geworden. Der Schriftzug des Spielwarenherstellers Lego wird zu "Imagination" (Vorstellungskraft) und der Name der 3-Streifen-Sportmarke Adidas wird durch den Begriff "Promise" (Versprechen) ersetzt.

Dennoch erkennt man die Logos sofort wieder. Oft Gesehenes erkennen wir selbst bei Veränderungen als bekanntes Bild. Usner Hrin knan acuh kruze, flacsh geshcreiebne Wröter leesn, wnen sie uns bkenant snid. Der estre und lettze Bhucsatbe slotten aelrldnigs an der rcihtiegn Sltele stheen.


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