Nüchtern betrachtet

Geht aufs Haus: Onkel Klaus gibt einen aus

Feuilleton | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Unlängst bin ich meinem Leser begegnet. Von Berufs wegen verkauft er Fisch, in der Zeit zwischen dem Filetverpacken aber findet er Zeit, Bücher über Habichte zu lesen. Normal kriege ich auf Rezensionen keine Reaktionen. Bei "H wie Habicht" war das anders: Ein halbes Dutzend der Leute, die sich das Buch gekauft oder schenken lassen haben, kenne ich persönlich. Der Verfasserin, Helen Macdonald, wird's zwar keinen argen Zacken auf dem Konto machen, aber es freut mich, ihr mitteilen zu dürfen, dass meine Besprechung ihres Buches die offiziell erfolgreichste Rezension meiner Karriere ist: Eine Zeitlang war die deutsche Ausgabe aufgrund der großen Nachfrage nicht lieferbar.

Man wird also eventuell verstehen, dass ich ein bissl aufgekratzt war. Und wie um meine milde Hochgestimmtheit noch zu befeuern, hat mir mein Arbeitgeber eine Prämie ausgeschüttet. Natürlich nicht, weil ich so klasse Buchbesprechungen verfasse, sondern weil ich das schon seit einem Vierteljahrhundert tue. Man muss


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