Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Helga

Eine korrekte Limonade, die lässig schmeckt

Stadtleben | MS | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Helga ist ein stark unterschätzter Name, fiel er doch von jeher unter die trashige 80er-Jahre-Kategorie Föhnwelle. Aber hören Sie einmal genau hin, wenn Sie ihn aussprechen wunderbar, nicht? Seit kurzem hat sich ein Dreierteam Damen an die Produktion des Getränks mit dem klingenden Namen (hören Sie es schon?) Helga gemacht.

Hauptbestandteil des Drinks ist die im Süßwasser gedeihende Chlorella-Alge, die ein überaus gesundes Image hat, da sie imstande ist, Schwermetalle im Körper zu binden. Deswegen hat sie auch bei Zahnärzten Platz gegriffen, die die Entfernung von Amalgam vornehmen.

Die dunkelgrüne Farbe der Limonade ist hübsch anzusehen und wenig gewöhnungsbedürftig. Recht erfrischend ist auch der milde Kohlensäureeffekt. Man würde meinen, Kaktusfrucht oder so etwas in diese Richtung wurde verarbeitet. Aber nichts dergleichen. Superkorrekt ist die Verträglichkeit von vegan bis glutenfrei.

Gut für den CO2-Haushalt ist die Entscheidung, auf heimischen Rübenzucker zu setzen, der dem weitgereisten Zuckerrohr in nichts nachsteht. Darüber hinaus ist das Corporate Design schlicht und wohlgestalt. Man setzt mit der grünen 0,33-Liter-Glasflasche auf zeitlose Eleganz mit etwas Retro-Charme in Form von Schreibschriftlettern.

Falter-Grafiks erste Reaktion war das pure Entsetzen, nur einer der Kollegen wollte das Getränk mit der Autorin verkosten. Hat man diesen Schritt geschafft, ist man schon fast im Himmel bei Helga angelangt.


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