Die Prägestätte der Propaganda, Presse und PR

Das Wiener Publizistikinstitut war stets ein Kind seiner Zeit. Eine Ausstellung befasst sich nun kritisch mit seiner Geschichte

Medien | Ausstellungsführung: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 39/15 vom 23.09.2015

In den frühen 1970er-Jahren verlor Kurt Paupié während einer Vorlesung die Nerven und versteckte sich in seinem Büro. Der Institutsvorstand der Publizistik hatte wieder aus seinem verstaubten Lehrplan vorgetragen, da stellten sich aufmüpfige Studenten neben ihn und hielten eine Gegenvorlesung über die linken Positionen der 1968er-Geistesväter ab. "Die Studenten haben eine lautere Stimme gehabt und ihn übertönt", erzählt Wolfgang Duchkowitsch. Der blamierte Paupié bekam die Situation nicht unter Kontrolle und flüchtete ins Büro. Als die Studenten ihm nacheilten, fanden sie nur ein leeres Zimmer vor. Paupié hatte sich in einem tiefen Kasten verkrochen.

Duchkowitsch hat die Vorlesung selbst miterlebt, er war damals Student. Heute spaziert der Professor durch ein Büro im siebten Stock des Publizistikinstituts, das mit Schautafeln vollgeräumt ist. Es riecht nach frischer Druckfarbe. Duchkowitsch hat die Geschichte seines Instituts aufgearbeitet und sie auf die Tafeln gepackt.


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