Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 39/15 vom 23.09.2015

Pop

Lana Del Rey: Honeymoon

Viele haben Lana Del Rey für einen kurzlebigen Hype gehalten, als sie mit dem Song "Video Games" bekannt wurde. Drei Jahre später hat sich die Sängerin mit Hang zur Traurigkeit und Faible fürs alte Hollywood längst als Künstlerin mit ureigener Ästhetik etabliert. "Honeymoon", das mit gedämpften Orchesterklängen herrlich einlullt, hat sie sogar selbst produziert. Eine Hochzeitsreise mit ihr klingt nicht nach Glück, sondern bittersüß nach unerfüllten Sehnsüchten -und manchmal auch zornig. (Universal) SF

Jazz

John Scofield: Past Present

Der US-Gitarrist John Scofield spielt seit vielen Jahren im Quartett seines Studienfreundes Joe Lovano (Tenorsaxofon) mit, diesmal ist es umgekehrt. Die alerte Lässigkeit, mit der die beiden aufeinander reagieren und in dem Stück "Hangover" händchenhaltend und keineswegs verkatert über das Parkett walzen, ist also quasi selbstverständlich. Das bestimmende Spektrum zwischen versonnener Melodienseligkeit und einem etwas angriffiger anschiebenden Groove wird in "Mr. Puffy" perfekt ausbalanciert. (Impulse) KN

Klassik

Davide Botto u.a.: Bottesini

Er war Komponist, Dirigent und galt als der "Paganini des Kontrabasses": Giovanni Bottesini. Als Solist bereiste der Italiener die halbe Welt, als Komponist hinterließ er an die 40 Werke. Davide Botto hat sich mit Musikerfreunden zusammengetan und Kammermusik von Bottesini aufgenommen, darunter das raffinierte "Duetto" für Klarinette und Kontrabass oder das schwerromantische "Gran Quintetto" in der Besetzung Streichquartett und Bass. Eine feine Zeitreise in die italienischen Salons des 19. Jahrhunderts. (Chandos) MDA


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