Buch der Stunde

Die heikle Balance zwischen Urlaub und Tragik

Feuilleton | Dominika Meindl | aus FALTER 39/15 vom 23.09.2015

Die österreichische Herbstliteratur erzählt heuer viel von kroatischen Inseln. Bei Margit Schreiner allerdings kann von Urlaubslektüre eher keine Rede sein. Ihr Roman basiert auf einer Kurzgeschichte aus dem Jahr 2013, diese wiederum auf einer wahren Begebenheit: Ein befreundetes Ehepaar, das nach Israel ausgewandert war, wurde vom eigenen Sohn ermordet, bevor die Polizei ihn erschoss.

Die Erzählerin in "Das menschliche Gleichgewicht" ist eine 60-jährige Schriftstellerin, jung geblieben, aber desillusioniert, was ihre weitere Karriere angeht. Sie ist auf dem Sprung in den Urlaub, den sie mit dem frisch pensionierten Partner und Freunden auf einer einsamen Insel verbringt.

Ihre Hoffnung, zum Schreiben zu kommen, zerschlägt sich, als plötzlich Sarah, 20, vor der Tür steht. Deren Eltern und Halbbruder sind tot, vor sieben Monaten hat sich auch ihr Bruder umgebracht. Es kommen also Psychopharmaka ins Gepäck und Sarah mit auf die Insel.

Von da an wechselt sich der geradlinige Bericht der


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