Kochen zur Kulturbewahrung

Kulinarischer Wissensschatz braucht Pflege. Etwa durch das Kochen von Topfenknödeln

Gerichtsbericht: Werner Meisinger | Stadtleben | aus FALTER 39/15 vom 23.09.2015

Kochen liegt im Trend. In den letzten drei Jahren hat sich der Anteil der regelmäßig kochenden Menschen um 1,42 Prozent erhöht. Der Anteil derer, die nie kochen, ist um 6,4 Prozent gesunken. Dazwischen liegen die, die gelegentlich kochen.

Die Zahlen sind aus Deutschland. In Österreich könnte die Entwicklung noch viel besser sein, denn hier besteht ja ein deutlich stärkeres Kochbewusstsein, traditionell. Das hat auch mit der ungleich freieren Entfaltung der kulinarischen Kräfte zu tun.

Man nehme nur die Verbreitung der Kartoffel. In Preußen waren 15 königliche Kartoffelanbaubefehle erforderlich, um dem revolutionären Ackerschatz zu bäuerlicher Akzeptanz zu verhelfen. Also Zwang! In Österreich ließ Ihre Majestät huldvoll ein paar Knollen gratis verteilen, und schon flutschte der Kartoffelanbau.

Mehr Geschmack haben wir Österreicher sowieso. Was in Deutschland an säulenheiligen Gerichten ohne mit der Wimper zu zucken gespeist wird, würde in Österreich kein korrekt aufgezogener

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