Klassik Tipp

EntArteOpera - Musik aus Theresienstadt

Lexikon | HR | aus FALTER 39/15 vom 23.09.2015

EntArteOpera stellt sich seit 2012 in den Dienst der Auseinandersetzung mit sogenannter "entarteter Musik" und beschäftigt sich mit dem umfangreichen Werk vergessener, verfemter, durch den Nationalsozialismus verfolgter, ins Exil getriebener oder ermordeter Musikschaffender. An drei Abenden organisiert der Verein Ende des Monats (neben einer Ausstellung in der Aula der Akademie der bildenden Künste) Konzerte mit Musik aus dem Ghettolager Theresienstadt, in dem bedeutende tschechische Komponisten interniert waren.

Erika Pluhar wird eine Lesung mit Texten von Walter Lindenbaum und anderen jüdischen Autoren bei einem Konzert des Pianisten Clemens Zeilinger und des Linzer Oktavian-Bläserensembles mit Werken des vom NS-Regime diffamierten Musikers Gideon Klein gestalten, bei dem auch der oberösterreichische Komponist Werner Steinmetz mit einer Komposition beteiligt sein wird. Auch Wolfgang Dosch und sein Ensemble des Lehrgangs Operette mit Studierenden des Konservatoriums Wien entführen das Publikum unter dem Motto Komm mit nach Terezín in das Ghettolager von Theresienstadt, wo Musikerinnen und Musiker von 1942 bis 1945 für ihre Mitgefangenen ein Unterhaltungsprogramm aus Kabarett und Operette kreierten, das von lebendigem Humor, beißender Satire und politischem Widerstand getragen war.

Schließlich bietet Martin Sieghart mit dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt und dem Mozart Knabenchor Wien sowie einem Mädchenchor ein Konzert mit Werken von Pavel Haas, Gideon Klein, Viktor Ullmann und der von Hans Krása verfassten Kinderoper "Brundibár". Alle Werke entstanden in den Jahren 1943 und 1944 in Terezìn (Theresienstadt), bevor die Komponisten im Konzentrationslager Auschwitz von den Nazis ermordet wurden.

Muth, Mo-Mi 19.30


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