Reife Früchte

Wer sagt, dass man Äpfel und Birnen immer kaufen muss? In Wien stehen 2000 Obstbäume zur freien Ernte. Wer mehr über alte Apfelsorten wissen will, sollte die ersten Apfeltage an diesem Wochenende besuchen

Stadtleben | Empfehlung: Julia Kospach | aus FALTER 39/15 vom 23.09.2015

In Johann Nestroys Einakter "Die schlimmen Buben in der Schule" rechtfertigt der ebenso vorlaute wie schlaue Schüler Willibald einen Birnendiebstahl mit folgender Argumentation: "Birnen, welche sich die Freiheit nehmen, über die Umzäunung hinauszuhängen, sind eine herrenlose Sache, und jeder vorübergehende Bube kann Herr derselben werden." Wahrscheinlich wäre kaum ein Obstbaumbesitzer bereit, dieser Logik zu folgen, nachdem er einen beim Apfel-, Birnen-oder Nussstibitzen erwischt hätte. Neuerdings können auch urbane Frischobstfreunde ganz legal in Wien dem Vergnügen des Selbst-Obst-Erntens frönen und sind nicht mehr auf Heimlichkeiten oder Landpartien angewiesen.

Es gibt nämlich für Wien die Onlinekarte "Fruchtfliege" (siehe Marginalie), die auf Basis offener Verwaltungsdaten des Wiener Stadtgartenamts all jene Standorte von Obstbäumen im Wiener Stadtgebiet verzeichnet, die öffentlich zugänglich sind und von jedermann frei beerntet werden können. Auch jeder Obstbaumbesitzer,


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