Wie man sich afrikanische Waisenkinder macht

In Ghana werden Waisenhäuser als potemkinsche Dörfer gebaut. Nicht für Waisen. Sondern für Weiße, die Waisen helfen wollen

Politik | Rezension: Sibylle Hamann | aus FALTER 39/15 vom 23.09.2015

Helfen tut gut. Nicht nur denen, denen geholfen wird, sondern auch denen, die helfen. In der aktuellen Flüchtlingskrise kann man diesen Mechanismus, wenn man will, am eigenen Leib durchleben: Erst kommt, angesichts eines Problems, das Adrenalin. Dann die Endorphine, die einen durchspülen, wenn einen jemand dankbar anschaut. Und am Ende der Stolz, wenn man Bilder der eigenen Leistungen -saubere, satte, glückliche Flüchtlingskinder - auf Facebook posten kann. Das Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen, ist großartig. Aber der Kapitalismus wäre nicht der Kapitalismus, hätte er es nicht geschafft, daraus ein vermarktbares, profitables Produkt zu machen.

Voluntourismus

Dieses Produkt heißt "Waisenhaus" und die Geschichte beginnt mit einer Werbeannonce: "Irgendwo auf der Welt braucht ein Kind deine Hilfe. Ein Kind, dessen Leben sich dadurch für immer verändern wird ... Du wirst deine persönlichen Stärken dazu einsetzen, Kinder zu betreuen, auszubilden, zu füttern, zu formen - und zu


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