"Wir sind Teil des Spiels"

Das Theater im Bahnhof inszeniert für den steirischen herbst ein Stück in Vordernberg: über Abwanderung, Schubhaft und florierende Geschäfte

Steiermark | Interview: Donja Noormofidi, Gerlinde Pölsler | aus FALTER 39/15 vom 23.09.2015


Foto: J. J. Kucek

Foto: J. J. Kucek

Das obersteirische Vordernberg liegt in einem engen Tal, die Sonne scheint stets nur kurz, der ehemaligen Bergbaugemeinde laufen seit Jahren die Einwohner davon. Um Arbeitsplätze und Steuereinnahmen in den Ort zu bringen, holte der SPÖ-Bürgermeister daher ein Schubhaftzentrum in seinen Ort. Es ist umstritten, da erstmals in Österreich ein Sicherheitskonzern in einem solchen Zentrum tätig wurde. Bis heute wird debattiert, inwieweit damit hoheitliche Aufgaben ausgelagert wurden.

Just auf diesen Ort hat der steirische herbst, der diesen Freitag startet, heuer ein Auge geworfen. Gleich vier herbst-Projekte (siehe Programmvorschau unten) drehen sich um Vordernberg, darunter „Black Moonshine“ vom Theater im Bahnhof (TiB). In dem Stück kommt eine Frau in die Gemeinde und startet eine illegale Schnapsbrennerei; die 500 Euro Ansiedlungsgeld, mit denen Vordernberg Zuzügler anlockt, dienen ihr als Starthilfe (Premiere: 3.10.). Das TiB hat für sein Stück über mehrere Wochen in Vordernberg recherchiert und gedreht. Der Falter hat mit Regisseur Helmut Köpping und Eva Maria Hofer, die in dem Stück eine Künstlerin gibt, gesprochen.


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