Kommentar Kulturpolitik

Die tollen Eighties, die fade Gegenwart: Gibt es Grund zur Nostalgie?

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 39/15 vom 23.09.2015

Am 23. September eröffnet Wolfgang Kos seine letzte Ausstellung als Direktor des Wien Museum. Es ist das persönlichste Projekt in den zwölf Jahren als Leiter des Stadtmuseums, denn es geht um die Galerie von Peter Pakesch, deren Tätigkeit Kos in den 80er-Jahren als Radiojournalist begleitete. Für ihn und viele andere war die Galerie in einem verwunschenen Gässchen der Wiener Innenstadt eine Offenbarung. So trashig-intellektuell und von kühler Passion durchwirkt wie die Kunst von Franz West, Martin Kippenberger und Mike Kelley sollte Kunst sein, die sich zeitgenössisch nennt (siehe auch Seite 28).

Wenn nun Wolfgang Kos in Pension geht und Peter Pakesch (aufgrund politischer Querelen) die Intendanz des steirischen Universalmuseums Joanneum zurücklegt, dann bedeutet dies auch einen Generationenwechsel. Die Ära der "Genialen Dilletanten", so der absichtlich falsch buchstabierte Titel eines Berliner Konzerts von 1981, geht zu Ende. Die Projektemacher mit Patchworkbios treten ab, die


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