Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 39/15 vom 23.09.2015

Die Sendung "KulturHeute" (ORF III) ist so betulich, dass man selten einmal hängenbleibt. Sie ist weniger ein TV-Feuilleton wie "Kulturzeit" (3Sat) als ein "Burgenland heute" mit viel Theater und Literatur. Letzte Woche allerdings ließ ein Studiogast die widrigen Umstände vergessen. Die Philanthropin Cecily Corti stellte in einem Studiogespräch ihre Memoiren vor. Corti baute nach dem Tod ihres Mannes, des Filmregisseurs Axel Corti, mehrere Sozialprojekte auf.

Corti erzählte ohne Nostalgie und hielt inne, wenn ihr ein Begriff nicht angemessen erschien. Die Frau, die sich vieler guter Taten rühmen könnte, entschuldigte sich für dieses pathetische Wort. Karitatives Handeln sei für sie nicht Selbstlosigkeit, sondern ein persönlicher Gewinn. Sie musste nicht belehren, um ihre spirituelle Fitness zu beweisen. Wie leer wirkt die One-Liner-Rhetorik der TV-Talkshows, wenn jemand wie Corti Gedanken beim Sprechen verfertigt.


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