Troubles in Paradise

Beim 19. Philosophicum Lech wurde heuer über die Optimierung des Menschen nachgedacht


Wort: Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 39/15 vom 23.09.2015

Dank des deutsch-österreichischen Bahnchaos schaffte es der Falter zwar nicht rechtzeitig zum, sehr wohl aber in den Vortrag, mit dem Konrad Paul Liessmann am Donnerstag voriger Woche das Philosophicum Lech eröffnete. Zitiert wurde Birgit Wittstocks Artikel über den zum Schönheitsideal gehypten Thigh-Gap, jene Lücke zwischen den Oberschenkeln einer Frau also, die zurzeit für viel Aufregung sorgt. Liessmann deutete diesen als ein Symptom einer Entwicklung, "die nicht nur den weiblichen Körper, ja nicht nur den Körper überhaupt, sondern den Menschen in all seinen Facetten als eine Kampfzone definiert" - ein Umstand, über den man die Nase rümpfen, der aber der Philosophie nicht wurscht sein kann, zumal dann nicht, wenn sich diese dem Thema "Neue Menschen! Bilden, optimieren, perfektionieren" widmet, wie es das Motto der Tagung vorsah.

Die Veranstaltung auf 1444 Metern Seehöhe ist eine echte Erfolgsstory: Seit sie 1997 zum ersten Mal stattfand, hat sich die Zahl der Teilnehmer verzwölffacht.

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