Nüchtern betrachtet

Antackeransinnen und Wegmachwünsche

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 39/15 vom 23.09.2015

Vor kurzem hat mich meine Frau eine "typische Wiener Arschgrammel" geheißen. Man muss solche Aussagen immer kontextualisieren, aber in Wahrheit hilft das im vorliegenden Fall auch nicht viel: Der nicht ganz unherbe Tonfall ging doch ein spürbares Stückerl über jene ruppige Herzlichkeit hinaus, mit der wir uns den Alltag zu würzen pflegen. Ich muss den Anlass nicht ganz dringend filoteigflach auswalzen, er hatte die üblichen sturztrivialen Ursachen, die beim gemeinsamen samstäglichen Kohlrabikauf halt hin und wieder hochschwappen: Die Kohlrabitante fragt, ob sie das Grüne eh wegmachen dürfe, meine Frau sagt "Ja, bitte", ich behaupte das Gegenteil, schon simmern Kohlrabigrünwegmachdramen auf kleiner Flamme vor sich hin. Tatsächlich ist es keine große Sache,

wenn man das Kohlrabigrün wegmachen lässt: Kohlrabigrün und Embryonen - echt eine andere Nummer. Zwar kann man aus Kohlrabigrün eine Art Spinat kochen, der nicht ganz so ordinär rüberkommt, wenn man ihn mit normalem Spinat


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