Opfer, Tripper, Zwerchfell

Der Rote Maximilian Zirkowitsch und die Grüne Okiemute Akpuma bringen Satire in den Wiener Wahlkampf. Über inhaltsleere Kampagnen und die politisch-mediale Kraft der Selbstironie

Medien | Phänomenbeschreibung: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015


Foto: Heribert Corn

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Wie konnte das passieren? Maximilian Zirkowitsch, 31 Jahre, weißes Hemd, Lächeln im Gesicht, sagt: „Dass die Kampagne diese Medienaufmerksamkeit erfährt, ist mehr als überraschend. Es ist zutiefst verstörend.“ Er bekommt seit einigen Tagen Briefe von fremden Menschen. Geschenke von Fans. Auf der Straße fragen ihn Anhänger um Selfies. Und in der virtuellen Welt des Computerspiels „Minecraft“ bauen einige von ihnen gerade an einem Bezirkowitsch-Denkmal, hat man ihm erzählt. Wie also konnte all das passieren?

Anfang September war Maximilian Zirkowitsch nur ein Name auf einer langen Liste. Platz 50 der SPÖ-Kandidaten im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus. Binnen weniger Tage ist er zum berühmtesten Politiker des 15. Bezirks avanciert. Medien aus ganz Österreich berichten nun über ihn, vergangene Woche klopfte sogar der Bayerische Rundfunk an. Schuld daran ist dieses Wahlkampfsujet, das er mit Freunden gebastelt und auf Facebook gestellt hat. Zirkowitsch zeigt darauf seinen Bizeps, dazu der Spruch „Fünfhaus, du Opfa, gib Stimme!“. Das Sujet verbreitete sich im Netz, es wurde geteilt, geteilt, geteilt. Schließlich wurden auch Journalisten auf seinen Satirewahlkampf aufmerksam.


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