Gruft und Glamour

Zwei Ausstellungen führen exemplarisch vor, was in der Fotografie mehr zählt: die Kunst oder der Kontext


Vergleich: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015

Die Frage kennt jeder Kunsthistoriker: "Wann weiß man, ob eine Fotografie Kunst ist oder nicht?" Darauf gibt es zwei Antworten. Fotografie kann so vieles sein - Wissenschaft, Politik, Erotik oder Erinnerung -, dass der künstlerische Aspekt nebensächlich ist.

Die andere Denkschule argumentiert: Wenn das Foto so gut ist wie eine Pastellzeichnung von Degas oder ein Gemälde von Picasso, ist es natürlich ein Meisterwerk; alles andere gehört ins Altpapier.

In Wien sind derzeit zwei Ausstellungen zu sehen, die diese gegensätzlichen Standpunkte exemplarisch veranschaulichen. Die Albertina zeigt in den neuen Galleries for Photography die Schau "Black &White", eine von Direktor Klaus Albrecht Schröder besorgte Auswahl aus den Beständen des Museums.

Das private Photoinstitut Bonartes wiederum, geleitet von der ehemaligen Albertina-Kuratorin Monika Faber, präsentiert in "Gerahmtes Gedächtnis" Beispiele historischer Fotografien in originalen Rahmen. Werke berühmter Lichtkünstler wie Helmut

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