Wiedersehen vor Gericht: Der Skandal um die Burg und seine Konsequenzen

Feuilleton | Stefanie Panzenböck | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015

Am Anfang stand die fristlose Entlassung der Vizedirektorin und früheren kaufmännischen Direktorin des Burgtheaters, Silvia Stantejsky, im November 2013. Ungereimtheiten in der finanziellen Gebarung waren aufgetaucht, die nicht geklärt werden konnten.

Zuerst konzentrierten sich die Vorwürfe und Untersuchungen nur auf Stantejsky, die jahrelang neben Direktor Matthias Hartmann gearbeitet hatte. Doch als Josef Ostermayer (SPÖ) am 1. März das Amt des Kulturministers antrat, veranlasste er Gutachten, die auch die Verantwortung von Hartmann und dem Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer untersuchen sollten. Hartmann wurde daraufhin fristlos entlassen, weil er laut Gutachten seine Pflichten als Geschäftsführer verletzt hatte. Springer durfte vorerst bleiben, ging dann aber von selbst in eine verfrühte Pension.

Inzwischen war auch der Geschäftsbericht präsentiert worden: Der wies knapp 20 Millionen Euro Bilanzverlust für das Burgtheater aus. Stantejsky und Hartmann klagten gegen ihre Entlassung vor dem Arbeitsund Sozialgericht. Doch mittlerweile wurden beide Prozesse unterbrochen, bis das Strafrechtliche geklärt ist.

Denn seit über einem Jahr ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft: gegen Springer wegen Verdachts auf Untreue, gegen Stantejsky und Hartmann zusätzlich wegen Verdachts auf Bilanzfälschung, Abgabenhinterziehung und grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden, ist noch nicht klar.


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