Der Spaß im Kopf einer depressiven Elfjährigen

Mit "Alles steht Kopf" ("Inside Out") legen die Animateure von Pixar und Disney den etwas anderen Gehirnthriller vor

Feuilleton | Brainscan: Klaus Nüchtern | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015

Sitzt ein Kognitionswissenschaftler im Restaurant und starrt seit zehn Minuten in die Speisekarte. Kommt der Kellner und fragt ihn: "Haben der Herr schon gewählt?" Antwortet der Mann: "Ja, aber ich muss noch warten, wie mein Gehirn sich entscheidet."

Im Sachbuchgenre und auf dem Feld der gepflegten Partykonversation ist die Hirnforschung seit circa dem letzten Fin de Siècle nur schwer zu toppen. Quantenphysik ist schon auch cool, lässt sich aber nicht auf so griffige Thesen wie jene von der Inexistenz des freien Willens runterbrechen. Außerdem leuchten die farbig aufglühenden Hirnareale einer Magnetresonanztomografie jedem Laien sofort ein.

Entsprechend bunt geht es auch auf dem Hauptschauplatz von "Alles steht Kopf" zu, und der ist nichts anderes als das Gehirn der elfjährigen Riley. Nun ist ein Film, in dem zwei Eltern mit braunen Augen ein buchstäblich blauäugiges Mädchen in die Welt gesetzt haben, natürlich alles andere als medizinisch vertrauenswürdig, aber die Existenz des


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