Musiktheater Kritik

Gesellschaftskritik: Grotesk und entgrenzt

Lexikon | Marianna Schreck | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015

Dmitri Schostakowitschs Oper Die Nase verschwand lange Zeit von den russischen Bühnen, nachdem sie 1929 als "westlich" eingestuft wurde. Die zugrunde liegende gleichnamige Novelle von Nikolai Gogol (1836) handelt von dem Kollegienassessor Kowaljow, dessen Nase eines Morgens verschwindet und ein eigenes Wesen als Beamter annimmt. Dirigent Walter Kobéra (Neue Oper Wien) und Regisseur Matthias Oldag verantworten die Aufführung, die auch kritische Codes am heutigen Russland transportiert. Herausragend ist nicht nur der facettenreiche Marco Di Sapia, dessen existenzielles Ringen in der performanceartigen Inszenierung unverschämt nah ans Publikum kommt. Mitten ins Geschehen katapultiert sich auch die Frau des Barbiers (Megan Kahts).

Kammeroper, 30.9. und 1.10.19.30


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