Enthusiasmuskolumne Diesmal: der einfachste Garderobenständer der Welt der Woche

Ein dänischer Loop fürs Wiener Vorzimmer

Feuilleton | Barbara Tóth | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015

Als gelernte Wienerin wächst man mit dem klassischen Kaffehausgarderobenständer aus Rundholz oder Eisen auf. Unten steckt man die Regenschirme rein, auf Brusthöhe hängt man Taschen und Schals auf, auf die Haken oben kommen Jacken und Mäntel.

Die Unordnung lässt sich also horizontal und im 360-Grad-Modus verteilen. Als Antwort darauf gibt es die "Loop Stand Wardrobe" des dänischen Designhauses Hay. Sie zeigt der gemütlichen Wiener Schlampigkeit, wie reduzierte, nordische Klarheit funktioniert. Leif JØrgensen entwarf einen sehr großen Stahlrahmen, ähnlich einem filigranen Türstock, nur niedriger und breiter. Er steht auf zwei Füßen. Weil er umkippen würde, versah ihn JØrgensen in der Mitte mit einem dritten Fuß, der ihn in leichter Schräglage stabilisiert.

Loop wird nicht ungezwungen rundum, sondern geordnet in einer Reihe behängt. Gut bestückt, verschwindet der dritte Ständer zwischen Mänteln und Jacken und hinterlässt den Eindruck, dass diese Garderobe auf magische Art und Weise im Raum schräg in sich ruht. Das schwarz, weiß oder grau pulverisierte Stahlteil gibt es schulterbreit, passend für kleine Garderoben, oder als Stummen Die-ner. Die 130 Zentimeter lange Version hat auch im eher schlauchartigen Wiener Vorzimmer Platz.

Bislang konnte man dieses schöne und leistbare Beispiel dänischen Alltagsfunktionalismus nur in Städten wie Kopenhagen, Oslo, London, Paris oder Mailand bewundern und resigniert stehen lassen, weil es sich unmöglich mit dem Flugzeug oder Auto nach Hause transportieren lässt.

Vor kurzem hat Hay in Wien bei COS in der Neubaugasse 11 einen Shop im Shop eröffnet. Von dort lässt sich Loop auf den Schultern jetzt einfach nach Hause tragen.


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