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Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015

Früher und bei anderen Blättern hieß es gern, es riesle im Gemäuer. Im Falter summt es. Es klappert und klopft, es holpert und klirrt. Scharfes Klacken fallender Plastikschienen, dumpfes Rascheln in Abfallsäcke gepresster Kartonagen.

Dazwischen aufgeregte Dialoge, Menschen, die anderes tun, als in ihrer Arbeitsbeschreibung steht, verstörte Laufkundschaft zwischen Bergen von Abzutransportierendem. Das imposante Falter-Logo beim Entrée, vor dem niemals etwas stehen darf, ist durch zwei riesige Dexion-Regale verdeckt.

Sie haben es erraten: der Falter am Vorabend des hier mehrfach angekündigten Großereignisses. DER MALER KOMMT. Redaktionsassistentin Tatjana Ladstätt er hat ihr Büro ausgeräumt, das heißt zur Hälfte entsorgt; die andere Hälfte, verspricht sie, entsorgt sie beim Einräumen.

Finanzchefin Petra Waleta kniet auf dem Boden und wickelt frei hängende Telefonkabel auf, schließlich soll das erwartete Wunderwesen nicht stolpern. Politikredakteur Josef Redl hat sich auf den Katzentisch in Chefredakteur Florian Klenks Büro zurückgezogen und versucht, nicht auszusehen, als habe man ihn aus seinem eben erst bezogenen Büro schon wieder vertrieben.

Gerade öffnet sich die Tür zu meinem Büro, es erscheint das große Bild aus dem Sitzungszimmer. Dahinter wird Christa Thurnher vom Buchverlag sichtbar, die es mit Ladstätter hereinschleppt. Ob sie das im Zimmer abstellen könnten? Mit mir kann man es ja machen. Bei mir kann es lange stehen, bei mir wird nicht ausgemalt.


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