Theater Kritiken

Plakativ: Mutter Konzern wird arbeitslos

Lexikon | SS | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015

Ein Chor von Arbeitslosen steht im Blaumann auf der rosa Bühne und ruft: "Die letzten zehn Jahre war ich einfach kein Mensch mehr". Über ihnen hängt der Schriftzug "Marienthal" im Manner-Design. Der Laienchor ist so etwas wie das Markenzeichen des Regisseurs Volker Lösch. Dass es in "Der Marienthaler Dachs" (Text: Ulf Schmidt) Menschen ohne Arbeit sind, die mit den Schauspielern auf der Bühne stehen, ergibt Sinn, geht es doch um die berühmte soziologische Untersuchung über Langzeitarbeitslose aus dem Jahr 1933. Im überspitzten Abend mit politischem Auftrag haben die schrillen Figuren sprechende Namen: Sie heißen Vater Staat, Mutter Konzern und Tochter Gesellschaft. Bänke brechen plakativ anstatt Banken ein, und mit dem Dachs ist nicht das Tier, sondern der Dax gemeint. Das ist eh lustig, aber etwas zu lang geraten.

Volkstheater, Fr, Do 19.00


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