Nüchtern betrachtet

Keiner nimmt mich ernst, niemand will mein Geld

Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Feuilleton | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015

Erwartungen sind eine heikle Sache, weil man bei großer Verfehlensfallhöhe gehörig auf die Schnauze fliegen kann. Dagegen helfen Autosuggestionstechniken wie Zweckpessimismus, vorgeschützte Bescheidenheit oder vorsätzliche Prognoseschwammigkeit. Mit Letzterer suchte ich mich zu wappnen, als ich mich in meiner vorletzten Kolumne anheischig machte, ein bisschen von unerwartet eingelangtem Geld unter meinen Leserinnen und Lesern zu verteilen. Als Gegenleistung bat ich um Zusendung einer Post-oder Ansichtskarte, deren Erhalt ich den ersten zehn Einsendern mit je 25 Euro zu vergelten versprach. Das ist, so dachte ich, ein bescheidener Betrag, aber auch nicht nix. Damit kann man zu zweit ins Kino gehen und sich auch noch ein Bier und ein Makava leisten, Tiefkühlpizza und DVD für einen faulen Abend checken oder seinerseits 36 Post- oder Ansichtskarten verschicken.

Mit Hypothesen hinsichtlich der Menge einlangender Post versuchte ich mich zurückzuhalten, auch wenn mich die Frage, was zu


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