Schröder und die Risiken in der Steilwand der Politik

Das bewegte Leben des deutschen Aufsteigers und Einzelkämpfers wäre eigentlich eine Romanvorlage. Aber Vorsicht: Kitschgefahr

Politik | Rezension: Werner A. Perger | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015

Ein Mann wie ein Roman: Gerhard Schröder. So ein Leben kann man kaum erfinden. Wer 's versucht, würde damit kaum Freude haben. Der mühsame Aufstieg in der Steilwand der Nachkriegsgesellschaft nach oben, aus dem vorstädtischen Proletariat hinauf bis ins Kanzleramt - diese soziale und demokratische Heldensage hätte bei der Politikferne der deutschen Literaturkritik kaum eine Chance: Kitsch und Sozialromantik, nein, danke!

Zweieinhalb Kilo

Aber das Buch, das der Historiker Gregor Schöllgen über den deutschen Sozialdemokraten und Ex-Kanzler Gerhard Schröder geschrieben hat, ist kein Roman. Es handelt von der historischen Wirklichkeit. Es beschreibt Schröders Weg nach oben, und nichts an diesem Drama ist erfunden. So war das mit dem Gipfelsturm des Mannes, der Kanzler werden wollte und der das auch geschafft hat, nach einer Strecke der Entbehrungen und der Kämpfe, der Freundschaften und Zerwürfnisse, der Siege und Niederlagen. Viel Stoff für diese Erzählung aus der realen Politik:


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