Die nackte Nancy und der Spanner

Der europäische Datenschutz feiert einen Teilerfolg. Deshalb sind wir aber noch lange nicht geschützt


Kommentar: Benedikt Narodoslawsky
Falter & Meinung | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015

Erzählen wir die Geschichte von Nancy, damit wir wissen, worum es hier eigentlich geht. Nancy lebt in einer Kleinstadt in Großbritannien und führt eine Fernbeziehung mit Robert. Sie chatten jeden Tag und in der Nacht, da sperren sie ihr Zimmer ab und ziehen sich vor der Computerkamera aus. Ein bisschen Intimität im Internet gegen das Fernweh. Die Zweisamkeit im Netz freut nicht nur Nancy und Robert. Nein, sie freut auch Timothy.

Der arbeitet für den Geheimdienst, hat sich in den Video-Chat gehackt und schaut während seiner Arbeit Nancy still und leise beim Ausziehen zu. Ist so etwas möglich? Ja, schon lange. Vor einem Jahr berichtete der britische Guardian aus Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden, der für den amerikanischen Geheimdienst NSA gearbeitet hatte.

Die Operation hieß "Optic Nerve". Der britische Geheimdienst GCHQ hatte rund ums Jahr 2008 damit begonnen, Bilder von privaten Webcam-Chats der Internetfirma Yahoo abzugreifen. Die Aktion soll mindestens vier Jahre lang

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