Kolumne Außenpolitik

China und USA: Voneinander fasziniert und abgestoßen

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015

Deng Xiaoping, der große Reformer, setzte sich bei seinem US-Besuch nach Maos Tod einen Cowboyhut auf. China hat keine Scheu vor den Symbolen des amerikanischen Traums. An die Stelle maoistischer Abschottung trat die Öffnung zu kapitalistischem Know-how, die dem Land den rasantesten Wirtschaftsaufschwung der Menschheitsgeschichte bescherte. Nach außen empfahl Deng bewusste Zurückhaltung, damit Chinas Macht lange ungestört wachsen kann.

Die Vorsicht hat Nach-Nachfolger Xi Jinping nicht mehr nötig. In der Entourage des Präsidenten tummelten sich letzte Woche die Chefs chinesischer Wirtschaftsgiganten, deren Firmen Milliarden Dollar wert sind. An der Westküste machte die Hightech-Elite der USA Chinas oberstem Führer ihre Aufwartung. Der Flugzeugbauer Boeing erhielt von Xi Jinping einen Auftrag über 300 Passagierflugzeuge um 38 Milliarden Dollar. Das Reich der Mitte ist in Krisenzeiten das wichtigste Expansionsgebiet der Weltwirtschaft. China und die USA sind voneinander fasziniert


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