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Ein Apple-Sakrileg: Das iPad Pro bekommt einen Stift

Medien | Prüfbericht: Thomas Vašek | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015

Der Stift hatte es noch nie leicht in der digitalen Welt. Die unrühmliche Geschichte des Eingabestiftes beginnt schon mit Apples "Newton". Der Organizer mit Handschrifterkennung war zu seiner Zeit revolutionär. Nur leider brauchte man zur Bedienung einen Stift; der "Newton" wurde ein Flop.

Steve Jobs höchstpersönlich fand Eingabestifte für Apple-Geräte später verzichtbar, ja sogar lästig: Ein iPad müsse eben so gut sein, dass man es ohne Stift bedienen könne! Insofern ist es fast ein Sakrileg, dass Apples iPad Pro nun tatsächlich einen Stift hat.

Allerdings haben sich die Zeiten geändert. Mit seinen erfolgreichen Galaxy-Note-Modellen hat Samsung demonstriert, wie gut ein Smartphone mit einem Eingabestift harmonieren kann. So funktioniert die Handschrifterkennung mittlerweile (im Unterschied zur Zeit des "Newton") tadellos.

Zugleich erlaubt es die Sensorik heute, die Bewegungen des Stifts wesentlich präziser zu erkennen; beim iPad Pro erfasst das Display sogar den Neigungswinkel des Stiftes. Mit seinem Riesendisplay (12,9 Zoll) und der zusätzlichen Tastatur richtet sich das iPad Pro, das vermutlich ab Oktober bestellt werden kann (Preise voraussichtlich ab 1000 Euro), an professionelle Anwender, vor allem wohl an Kreative im weitesten Sinn.

Man darf gespannt sein, was der "Pencil" zum Nachbestellen kostet, wenn man ihn wieder einmal irgendwo verloren hat.

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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