Jazz mit Kopfschuss

Das Quartett MOPDTK nimmt sich allerlei Frechheiten raus und gastiert in Wien

Feuilleton | Bandbeschau: Klaus Nüchtern | aus FALTER 40/15 vom 30.09.2015

Normalerweise haben Abkürzungen von Bands drei Buchstaben: BTO, CCR, CSN, ELO, ELP, N. W. A., R. E. M., XTC. Kommt Neil Young hinzu, kann man zu CSNY erweitern, aber schön ist das nicht. MOPDTK ist natürlich kompletter Quatsch, weswegen die 2003 gegründete US-amerikanische Jazz-Combo dann meist doch mit vollem Namen genannt wird: Mostly Other People Do the Killing.

Eine gewisse Neigung zum zynischen Unfug kann man dem vom Bassisten Moppa Elliot geleiteten Quartett nicht absprechen, zumal das erste Album auch noch ein Piktogramm zierte, auf dem ein Männchen dem anderen in den Kopf schießt. Der Ausspruch soll übrigens auf Lew Termen (1896-1993), den Erfinder des Theremins, zurückgehen, der meinte, Stalin sei gar kein so schlechter Kerl gewesen, schließlich sei das Töten meistens von anderen Leuten übernommen worden.

Das Spiel mit Zeichen und Zitaten zählt zum Standardrepertoire der Band, manifestiert sich aber nicht nur musikalisch, sondern auch visuell: MOPDTK lieben es, berühmte


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