Die Geburt des Burn-out aus dem Zuckerhandel

In seinem Roman "Bankrott" treibt Pierre Bost einen Geschäftsmann in den seelischen und finanziellen Ruin

Feuilleton | Lektüre: Klaus Nüchtern | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Wenn ein Roman "Bankrott" heißt und seinen Protagonisten als einen ehrgeizigen jungen Geschäftsmann vorstellt, der für die bedächtige Firmenpolitik seines im Zuckerhandel tätigen Vaters nie viel übrig hatte und sich nach dessen Tod auf riskante Geschäfte einlässt, kann man davon ausgehen, dass die Geschichte nicht gut endet.

Der französische Literat, Essayist und Drehbuchautor Pierre Bost, um dessen Wiederentdeckung sich der Zürcher Dörlemann-Verlag bemüht, hat diese Strategie des vorsätzlichen Self-Spoilering zum Ausgangspunkt seines 1928 im französischen Original ("Faillite") erschienenen Romans gemacht und sich dann doch einiges einfallen lassen, um seine Leserinnen und Leser zu überraschen.

Das Tempo, in dem das Leben von Brugnon, so nennen wir den jungen Mann, referiert wird -der erste Satz verzeichnet dessen unbeschwerte Jugend, zwei Seiten später ist er 23 und 16 Zeilen weiter auch schon 35 Jahre alt -, eröffnet die Aussicht auf einen rasanten Niedergang. Die 250 verbleibenden


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