Der Autor als ewiger Weltverbesserer

Henning Mankell hinterlässt weit mehr als die millionenfach verkauften Kriminalromane um Kurt Wallander

Feuilleton | Nachruf: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

In seinem letzten Buch "Treibsand. Was es heißt, ein Mensch zu sein", das Ende September auf Deutsch erschienen ist, hat Henning Mankell seiner eigenen Geschichte nachgespürt. Die Diagnose Krebs hat ihn aber nicht etwa nur dazu gebracht, sich an Schlüsselszenen seines Lebens zu erinnern. Mankell, der ewige Weltverbesserer, stellte sich auch im Angesicht des nahenden Todes noch große Fragen: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Und welche Art von Gesellschaft wollen wir?

Seine berühmteste Figur erwähnt er in dem Buch genau ein einziges Mal. Kommissar Kurt Wallander hat Mankell in den frühen 1990ern zum Bestsellerautor gemacht. Weltweit setzte der Handel seither rund 40 Millionen Wallander-Krimis ab.

Der Autor selbst wurde mit seinem knurrigen, immer etwas depressiven Ermittler aber nicht sonderlich warm. "Ich bin mir nicht sicher, ob wir Freunde wären, wenn wir uns im richtigen Leben treffen würden", sagte er einmal. "Wir teilen die Liebe zur Musik und eine calvinistische Arbeitseinstellung,


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