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Falter & Meinung | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Schön ist so ein Ringelspiel, das ist a Hetz und kost net viel", sang einst Hermann Leopoldi mit Frohsinn in der Stimme. Der Reim ist inhaltlich natürlich ein fester Blödsinn. Zumindest im Falter. Denn wenn hier im Haus von Ringelspiel die Rede ist, dann steht das für nichts anderes als für den großen Büro-Umzug, wie er nur alle 15 Jahre einmal vorkommt.

Das Feuilleton hat den Anfang gemacht: Gerhard Stöger ist vom Programm-Großraumbüro ins Stadtlebenzimmer gezogen, was auf Matt hias Dusini und Stefanie Panzenböck eine derartige Magnetwirkung erzeugte, dass die beiden auch im Stadtlebenzimmer Platz nahmen, wodurch das Stadtlebenzimmer, das es schon seit dem vorigen Jahrtausend gibt, nun plötzlich zum Kulturzimmer wurde, worauf die Stadtleben-Redakteurin Birgit Witt stock mit Lukas Matzinger ins ehemalige Kultur-Zweierzimmer rochierte und es damit zum neuen Stadtlebenzimmer machte.

Wir lernen daraus zwei Dinge: Erstens, man hüte sich vor langen Sätzen -die derliest kein Mensch. Zweitens, alles ist im Fluss, selbst das, was lange als beständig wie ewiges Eis gegolten hat.

Neben viel Gestöhne durch Geschleppe führen solche Umzüge auch zu Kollateralschäden. Wittstocks Unterlagen etwa, die sie über Jahre angehäuft hatte, landeten beim Umzug versehentlich im Müll und wurden nie wieder gesehen. Man konnte Wittstocks sehr, sehr weit gedehntes "Nein!" bis zum Schwedenplatz hören.

Nicht schön ist so ein Ringelspiel, das ist a Hetz. Und kost Nerven. Viel.


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