Am Apparat Telefonkolumne

Zockt Wiener Wohnen seine Mieter ab, Frau Billeth?

Politik | INTERVIEW: JOSEF REDL | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Die Medien ATV, NZZ. at und Dossier haben in einer Kooperation recherchiert, dass die Betriebskosten im Gemeindebau deutlich höher sind als bei privaten Vermietern. Wir haben bei Wiener-Wohnen-Sprecherin Renate Billeth nachgefragt.

Zockt Wiener Wohnen seine Mieter ab?

Die Behauptung stimmt einfach nicht. Die genannten Medien haben Abrechnungen von 32 Wohnhausanlagen verglichen, das sind keine zwei Prozent. Dem wurden unvollständige Daten der Mietervereinigung gegenübergestellt, aus unterschiedlichen Jahren.

Also stimmen die errechneten 2,24 Euro pro Quadratmeter und Monat nicht?

Für die 32 genannten Wohnhausanlagen vielleicht schon. Insgesamt sind es aber 2,13 Euro netto.

Das wäre immer noch deutlich mehr als die im Betriebskostenspiegel der Mietervereinigung genannten 1,78 Euro, die private Mieter zahlen müssen.

Ich zweifle eher daran, dass die Zahl wirklich repräsentativ für den gesamten Privatmarkt ist. Es wurden für Wiener Wohnen auch Daten von Statistik Austria herangezogen. Was die Journalisten unter den Tisch fallen gelassen haben: Die Kosten für Privatmieter liegen da bei 2,20 Euro.

Die Journalisten bemängeln, dass sie keine Rohdaten zu den von Ihnen genannten Zahlen erhalten haben.

Wir sehen nicht ein, dass wir die Daten von 220.000 Mietern weitergeben sollen. Jeder Mieter erhält einmal im Jahr die Betriebskostenabrechnung. Die Mieterbeiräte erhalten zudem noch eine detaillierte Langfassung.

Stimmt es, dass sich die Kosten der Pflege von Grünflächen in wenigen Jahren verdoppelt haben?

Die Preise sind marktüblich. Wir setzen keine Saisonarbeitskräfte ein, sondern Vollzeitangestellte. Wir stehen zu dieser sozialen Verantwortung, die sich in höheren Lohnnebenkosten widerspiegelt.


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