Wir wollen wieder Blei riechen

Urbane Analogisten entdecken den Buchdruck wieder und nennen ihr Hobby und ihren Beruf nun Letterpress

Stadtleben | Werkstättenbesuch: Barbara Tóth | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Laura tritt los. Es knarzt und bebt, bis die drei Farbrollen der über 100 Jahre alten Druckmaschine in Gang kommen. Gleich werden sie das Häufchen Farbe, nicht viel größer als ein Schlagobersgupf, auf der runden Pressplatte verteilt haben. Es riecht nach Leinöl und Kreide. Bis zu 100 Postkarten wird Laura Gebetsroither damit drucken können, jede einzelne muss von Hand eingelegt werden. "Diese Maschinen sind urtümliche Wesen, jede von ihnen ist anders", sagt die 35-jährige Absolventin der Akademie für bildende Künste, die im Supersense in der Praterstraße dieses und ein zweites Wesen aus der analogen Ära betreut: die Andruckpresse Korrex Berliner Spezial aus dem Jahr 1968.

Das Supersense im Dogenhof in der Praterstraße 70, das Café, Bar und Kolonialwarenhandlung mit Schwerpunkt auf vergessene Güter zugleich ist, ist nicht der einzige und längst nicht der erste Ort in Wien, an dem die Tradition des Druckens von Hand wiederbelebt wird. Nur der sichtbarste, weil es ein geräumiges,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige