"Seltsam ist ja nicht unbedingt schlecht"

Ist es Wienerlied, Pop oder Chanson? Egal, die Musik von Raphael Sas ist vor allem: gut

Feuilleton | Porträt: Gerhard Stöger | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Es ist ein starkes Bild, das Raphael Sas da gleich in der ersten Strophe des Liedes zeichnet: "Er tragt die Whiskyflaschen heim so oft wie's Klopapier / Und denkt sich Wahnsinn, wo geht das hin mit mir? / Er frisst die Tschick wie ein Trottel, die normalen und die oagen /Dann schlaft er wieder bis am Nachmittag / Und denkt sich: Hackeln kann ich auch morgen genauso gut."

Dann kommt der Refrain. Sehr lässig, sehr hymnisch und sehr wienerisch: Der lebenslustige Selbstverschwender, den der Musiker besingt, blickt den letzten Dingen mit achselzuckender Gelassenheit entgegen. Er wird jetzt nicht mehr beschrieben, er ist selbst am Wort. Es solle nichts Ärgeres passieren, als einmal liegen zu bleiben, singt er. Sein finales "Ciao" reimt sich auf ein wurschtiges "Ja genau", und das ist auch der Titel des Liedes.

Die Musik schiebt ganz ordentlich an, eine akustische Gitarre, ein pumperndes Schlagzeug, ein vitaler Bass, eine bestens gelaunte Knöpferlharmonika und eine alles andere als fade Geige


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