Götter im Werden

Zum Semesterbeginn vermisst der Falter die Universitäten der Stadt. Diese Woche die Schulen der Helfer und Heiler - die medizinischen Universitäten


Tutorium: Lukas Matzinger
Stadtleben | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Die Patientin hat ein Geschwür am Bein. Sie liegt auf ihrer Flanke auf dem Operationstisch, sodass sie gar nicht hinsieht zu ihrer Wunde. Rund um sie stehen ein voller Kreis Studenten und ein Arzt, der viele Scherze macht. Er schmiert eine Salbe auf die Haut und legt einen Verband an. Es stinkt höllisch, und es ist rutschig. Die Studenten tragen Gummistiefel. Die Patientin ist eine Kuh.

Die Medizinische und die Veterinärmedizinische Universität Wien haben mehr gemeinsam, als man glauben möchte. Beiden Professionen wird ein ausgeprägter Idealismus unterstellt und dieses instinktive edle Verlangen, andere Lebewesen zu heilen. Sowohl die tier- als auch die humanmedizinische Hochschule betreiben riesige Unikliniken, um ihre Lehre und Forschung zur Anwendung zu bringen. Und wer schon einmal dort war, hört von den Studenten Sätze, von denen man nicht erraten würde, ob sie aus dem Mund eines künftigen Tier- oder Menschenarztes kommen.

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