ORBÁNS BÖSER TRAUM

In der Asylkrise geht es auch um die Frage, ob in Europa das liberale Zeitalter endet

Politik | ESSAY: GERALD KNAUS | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Es waren dramatische Tage in Europa. Am 4. September hatte die ungarische Polizei noch tausende Flüchtlinge daran gehindert , den Budapester Hauptbahnhof zu betreten. Nachdem sich diese zu Fuß auf der Autobahn in Richtung Grenze begeben hatten, beschlossen Deutschland und Österreich, sie aufzunehmen. Tags darauf gingen die Bilder klatschender Menschen am Münchener Bahnhof um die Welt, die ankommende Flüchtlinge begrüßten. Am selben Tag traf sich in einem kleinen Ort in der Nähe des Plattensees die Elite der ungarischen Regierungspartei. Hauptredner war der Parteivorsitzende und Premierminister Viktor Orbán.

Er werde hier manches sagen, begann er, das man in keinem anderen Land in Europa aussprechen dürfe, oder nur "unter Lebensgefahr"; nicht in Deutschland, nicht in Frankreich, "nicht einmal in Polen". Orbáns Botschaft: In der aktuellen Krise gehe es nicht um Flüchtlinge, sondern um die Islamisierung Europas. Dabei eröffne diese "Invasion"(Orbán)"eine gewaltige Chance", eine


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