"Wenn ich von Wien hierherkomme, dann bin ich glücklich"

13 Jahre begleitete der Fotograf Sepp Dreissinger die Malerin Maria Lassnig. Dem Falter stellt er ein bisher unveröffentlichtes Interview zur Verfügung

Feuilleton | Interview und Fotos: Sepp Dreissinger | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Der erste Teil des Gesprächs wurde 2001 in Maria Lassnigs Atelier in Feistritz ob Grades, der zweite Teil 2006 am Hochstand in der Nähe des Ateliers aufgezeichnet.

Sepp Dreissinger: Eine schöne Stimmung ist hier, man hört die Grillen zirpen.

Maria Lassnig: Grillen? Ich höre keine Grillen!

Sie haben sich wahrscheinlich schon daran gewöhnt.

Lassnig: Ja, auch an den Geruch. Wenn ich von Wien hierherkomme, dann bin ich glücklich. Am ersten Tag bin ich immer am allerglücklichsten, weil es so gut riecht und so ruhig ist. Das ist herrlich! Und langweilig ist es auch so schön! Wirklich, hier ist nichts los.

Wie kommen Sie hier herauf? Haben Sie ein Auto?

Lassnig: Nein, ich habe kein Auto. Meistens nehme ich ein Taxi bis zum Südbahnhof, dann den Zug bis nach Friesach. In Friesach muss ich wieder ein Taxi nehmen. Es dauert also eine Weile, bis ich hier heroben ankomme.

Bekommen Sie hier öfters Besuch? Vorhin, als wir angekommen sind, haben sich gerade zwei Personen von Ihnen verabschiedet. Waren


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