Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Der Pensionsexperte, der keine Lust auf die Pension zu haben scheint

Politik | JOSEF REDL | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Der Ruhestand dauerte nicht lange. Am 11. September gab der Sozialforscher Bernd Marin seinen Rücktritt als Executive Director des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung, das er seit 1988 geleitet hatte, bekannt. Zwei Wochen später wurde Marin nun als neuer Direktor der Webster University in Wien präsentiert, er übernimmt den Job mit 15. Oktober von Arthur Hirsch.

Marin, Jahrgang 1948, hätte wohl schon Pensionsanspruch. Als energischer Gegner der österreichischen Lust an der Frühpensionierung verwundert es allerdings nicht, dass Marin dem Erwerbsleben erhalten bleibt. Die Webster University ist die jüngste Station in der langen akademischen Karriere Marins. Neben ständigen Professuren wie an der EU-Universität in Florenz lehrte er unter anderem in Buenos Aires, Jerusalem und Madrid. Er veröffentlichte mehr als 150 Publikationen, insbesondere zu den Themen Pension, Sozialstaat und Arbeit.

Der Wiener Ableger der amerikanischen Privatuniversität residiert seit dem vorigen Jahr im Palais Wenkheim in der Praterstraße. Ein Bachelor-Programm kostet 18.200 Euro im Jahr. Marin möchte nun private Sponsoren für die Webster University gewinnen, die zusätzliche Professuren ermöglichen sollen.


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