Stiglitz und das Studienfach Politische Ökonomie

Joseph Stiglitz' "Reich und Arm" ist ein perfekter Einstieg für alle, die am neuen WU-Institut für "Economics of Inequality" studieren wollen

Politik | REZENSION: KURT BAYER | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

In "Reich und Arm. Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft" reproduziert der im besten Sinn "politische Ökonom" Joseph E. Stiglitz, also einer, der sich mit realen Problemen der Bürgerinnen und Bürger befasst, 51 Artikel, die er in den Jahren 2012-14 in amerikanischen Zeitungen und Zeitschriften publiziert hat, und versieht seine acht Kapitel mit jeweils neuen Einleitungen. Wie immer bei Stiglitz sind sie sehr persönlich gehalten, manchmal nicht uneitel, aber auch selbstkritisch.

Was das gesamte Buch durchzieht, ist die sehr wichtige Lektion, dass die zunehmende Ungleichheit nicht "ökonomischen Gesetzmäßigkeiten" folgt, sondern die Folge politischer Entscheidungen ist, geschuldet den Interessen und den Einflussmöglichkeiten der obersten "1 Prozent" auf die Wirtschaftspolitik zu Lasten der anderen 99 Prozent.

Konkret datiert Stiglitz die zunehmende Ungleichheit auf den Regierungsantritt Ronald Reagans. Dieser Weg wurde auch von späteren Präsidenten bis hin zu Obama (mit


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