Musiktheater Kritik

Realismus-Statik und psychologische Innenschau

Lexikon | HR | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Im Gepränge und nach dem Protokoll einer Militärdiktatur lässt Regisseur Christian Räth das mörderische Geschehen ablaufen, selbst der viel präsente Chor der Hexen trägt Uniformröcke, Macbeth und Banquo sind beim Empfang des Königs im Generalsornat. Die nicht gerade sensationell spannende Neuinszenierung wird in der Zweitfassung Verdis unter Alain Altinoglu von Chor, Solisten und Orchester musikalisch gut umgesetzt, wobei der Basso nobile Ferruccio Furlanetto als Banquo und die Russin Tatiana Serjan vor allem als Mordpläne schmiedende Zentralfigur der Lady Macbeth überzeugen. George Peteans zunächst prosaischer Bariton steigert sich gegen Ende zur Tragik des Bereuenden. Extrapunkte sammeln Macduff Jorge de León und der Chor der Aufständischen ("Patria oppressa").

Staatsoper, Sa, Di 19.00


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