Coole Codes aus der Glut

Die feministische Künstlerin Ulrike Müller bleibt mit ihren Emaillebildern im Mumok nahe am Körper

Feuilleton | Porträt: Nicole Scheyerer | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Wenn ein neues Bild fertig ist, dann zieht Ulrike Müller dicke Handschuhe an und holt es aus dem Brennofen. In ihrem Studio im New Yorker In-Viertel Williamsburg "bäckt" die Künstlerin Emailleplatten, auf die sie zuvor Glasstaub aufgetragen hat. "Wie Puderzucker auf einen Kuchen", sagt die 1971 geborene Vorarlbergerin lächelnd und zeigt mit dem Finger auf die ausgefransten Übergänge zwischen zwei Farbflächen, die nur aus nächster Nähe zu sehen sind.

Stets politisch, kritisch und persönlich in Performances, Videos oder Publikationen präsent: So kennt die Wiener Szene Ulrike Müller, die seit ihrem Stipendium am Whitney Independent Study Program 2002 in New York lebt. Das Mumok präsentiert nun die abstrakten Emaillebilder, Papierarbeiten und Teppiche der Künstlerin, deren feministischer Kampfgeist in den politisierten 1990er-Jahren geweckt wurde.

"Die Tapisserie-Klasse bestand nur aus Frauen, bis auf zwei Typen, und die waren natürlich die Stars", erinnert sich Müller, als sie


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