Sport Glosse

Der bayrische Würger, ein biederer Bürger

Johann Skocek über den FC-Bayern-München-Fußballer Thomas Müller

Stadtleben | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Man muss Thomas Müller nicht für ein Genie halten, um von ihm beeindruckt zu sein. Manchmal nimmt der Schlaks den Ball so schlampig mit, dass sie ihn im Käfig oder auf dem Überschwemmungsgelände ausgelacht hätten. Und dann findet er in der Barcelona oder in der Dortmund Gassen, die andere nicht mit Wegweiser und Schweinwerfer gesehen hätten. Müller ist ein Genie im Körper eines Heimwerkers. Und er ist ein typischer Bayer. Nach einem Tor reißt er den Mund zum Jubel so weit auf, dass die ganze trübsinnige Münchner Wiesn hineinpasst. Der Bayer an sich hat ja über seiner praktisch grenzenlosen Brutalität nur einen dünnen Firnis des Kulturmenschlichen. Der erste Müller war Gerd, klein, blad und genial. Der jetzige Müller schaut aus wie ein Handtuch in Stoppelschuhen und sammelt Pferde. Das trennt ihn dann doch von der Käfig-League.


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