Nüchtern betrachtet

Ermunterung zur Selbstentlassung

Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Feuilleton | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Wenn Donner, Erdrutsch, Flut, Gewitter und Hagelschlag politmetaphorisch an der Tagesordnung sind, ist es ganz angenehm, wenn wenigstens das Wetter in der Kohlenstoffwelt nicht über die Stränge schlägt. Weswegen ich dieser Tage auch sehr dankbar war für den Hinweis darauf, dass die Temperaturen absolut "jahreszeitenadäquat" seien. Nichts spurt während des allmorgendlichen Assamaufbrühens den Alltag so beruhigend ein, wie wenn die Dem-Vizekanzler-reicht-es-wieder-mal-Exegese im "Morgenjournal" vom Hinweis begleitet wird, dass zumindest meteorologisch vorerst alles im grünen Bereich sei.

Ansonsten sind eh immer alle deppert und denken nicht, bevor sie den Mund aufmachen. Zu diesem Befund kam jedenfalls die Kommentatorin der Presse: "Wer immer Mitterlehner eingeredet hat, mit der öffentlichen Schaustellung seines Widerwillens könne er punkten, müsste sofort entlassen werden. Mitterlehner selbst kann's nicht gewesen sein."

Warum eigentlich? Ich finde die Vorstellung nicht so abwegig,


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