Kindertheater Kritik

Beschissenes Leben: zum Springen schön

Lexikon | SS | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Dass Titus es "scheiße findet" versteht man, das steht in Leuchtschrift über der Bühne. Wie scheiße er es findet, erfährt man aber erst nach und nach in Jan Sobries Monolog "Titus". Er steht am Dach der Schule "mit zwanzig Wolken um den Kopf" und will springen. Sven Kaschte spielt den jungen Burschen im Kapuzenpulli gewitzt, wütend, traurig, originell. So schwer die Themen sind - er hat Liebeskummer, sein Vater hat kaum Zeit für ihn und er muss zum Psychologen - Julia Burgers Inszenierung ist lustig, vor allem dann, wenn Kaschte gleich in mehrere Rollen schlüpft und Gespräche nachspielt. Mit den Videos im Hintergrund hätte man sparsamer sein können, tragen doch der starke Text und sein Darsteller den Abend von allein. Ab zwölf Jahren.

Dschungel Wien, Mo 19.00, Di 10.30, 19.00, Mi 10.30


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