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Pressekolumne

Medien | NINA HORACZEK | aus FALTER 41/15 vom 07.10.2015

Es war eine ausgezeichnete PR-Idee, die durchaus polarisiert. Vergangene Woche veröffentlichte die Tageszeitung Kurier eine sehr schöne Sonderausgabe für "ankommende oder durchreisende Flüchtlinge". Mit "Dear Readers" begrüßt Kurier-Chefredakteur Helmut Brandstätter die neuen Leser, auf Englisch, Arabisch und Farsi informiert der Flüchtlingskurier über Österreich und die Europäische Union und bietet ein kleines Wörterbuch mit den wichtigsten Begriffen.

So viel Freundlichkeit führt in Österreich schnell zu Ärger. "Nun wird die linke Tageszeitung Kurier auch formal zur Asylantenzeitung", schimpft die FPÖ-nahe Internetpostille unzensuriert.at. Die rechtsextremen Nationalen fordern, das Kurier-Abo zu kündigen, denn dieser krieche den Flüchtlingen "in den Arsch". Verschwiegen wird hingegen, dass die Homepagebetreiberin der Nationalen im warmen spanischen Palma de Mallorca sitzt - also wohl selbst ein Kälteflüchtling ist.


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